Götterdämmerung über Mainz: "Wetten, dass..." vor dem Ende?

Hape Kerkeling als Horst Schlämmer bei "Wetten, dass..." aus Leipzig
Hape Kerkeling als Horst Schlämmer bei "Wetten, dass..." aus Leipzig

Soviel steht fest: Die "Wetten, dass..." - Macher werden ohne Hape Kerkeling auskommen müssen. Auch wenn Branchendienste wie der Quotenmeter weiterhin über die Nachfolge für Thomas Gottschalk spekulieren: Die Absage des vielseitigen Comedian ist ein Glücksfall für den TV-Humor und vielleicht sogar eine Chance für das ZDF.

 

"Wetten, dass..." ohne Gottschalk ist irgendwie wie Wienerschnitzel ohne Panade. Er hat die fossile Familien-Show geprägt, eine Fortführung in der gleichen Art ist kaum vorstellbar und wäre eine schwere Hypothek für jeden neuen Moderator oder eine Moderatorin, da das Publikum sie oder ihn immer mit Gottschalk vergleichen würde. Wer will sich das antun?

 

Jetzt wäre zumindest die Zeit gekommen, das Format von Grund auf zu erneuern. Seit Jahren geriet die Show immer mehr zu einer Promotion für Stars und Sternchen: Ein neuer Kinofilm, ein neues Buch, eine bevorstehende Deutschland-Tournee oder einfach ein Schauspieler vor einer neuene Rolle, mit dem - natürlich! - Tommy Gottschalk längst "per Du" ist. Dass damit Produktionskosten abgemildert und die Prominenz in den Sendungen erhöht wurden, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das ZDF damit kräftig Werbung betrieb. 

 

Selbst ein Ende der Show wäre kein Unglück, sondern böte die Chance, ein neues Samstagabend-Format aus der Taufe zu heben, das der privaten Konkurrenz mit seinen Casting-Events erfolgreich Paroli bieten könnte. Das wäre schon deshalb sinnvoll, weil sich die jüngeren Zuschauer seit Jahren, langsam aber sicher, von der samstäglichen ZDF-Unterhaltung abwenden.       

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